EINFÜHRUNG IN DAS WA FELDBOGENSCHIESSEN

Leitung Andrea Raigel

Teil 1

R E G E L K U N D E

Abschusspflöcke

Weiß LB / Gelb IB / Blau BB / Rot RC und CO
(gilt für die allgemeine Klasse)

Der Schütze muss mit mindestens einem Fuß in seinem Viertelkreis stehen.

Zeichnung Plock mit Halbkreis  Radius 1 Meter

Scheiben und Auflagen

Bei Turnieren wird üblicher Weise auf 24 Scheiben geschossen, weniger sind möglich, die Scheibenanzahl muss durch vier teilbar sein.

Es werden Auflagen in vier Größen verwendet: 80cm, 60cm, 40cm und Birdy. Bei der unbekannte Runde gibt es pro Auflagengröße 2 – 4 Scheiben, bei der bekannten Runde pro Auflagengröße 3 Scheiben.

Distanzen

Aufzeichnungen über die Verwendung der Auflagen dürfen bei einem Turnier verwendet werden.

Die Toleranz beim Aufstellen der Scheiben beträgt +/- 2m.

Unter Berücksichtigung der zulässigen Messtoleranz kann die 10m Tafel damit in Wirklichkeit auf 7,75m stehen.

Tabell mit Entfernungsangaben

Gruppen

Vier Personen bilden eine Gruppe, A ist der Scheibencaptain, B und C schreiben, D zieht die Pfeil. Die Einteilung erfolgt durch den Veranstalter.

Bei Zweifel bezüglich der Wertung eines Pfeils wird innerhalb der Gruppe abgestimmt, Stimmengleichstand bedeutet den höheren Wert.

Beim WA Feld gibt es keine Zeitlimits. Falls eine Gruppe auffallend langsam ist, kann vom Schiedsrichter ein Limit von 3 min für 3 Pfeile verhängt werden, dieses Limit gilt dann für alle vier Schützen.

Schießreihenfolge und Auflagenzuteilung

Beim Scheibenwechsel wechselt sowohl die Schießreihenfolge als auch die Auflagenzuteilung.

Falls in einer Gruppe von verschiedenen Pflöcken aus geschossen wird, ist bei der unbekannten Runde immer vom hintersten Pflock zuerst zu schießen.

Skizze einer Birdyscheibe und einer Scheibe mi vier 40er Auflagen

Teil 2

E N T F E R N U N G E N

Während des gesamten Turnierverlaufs wird NICHT über Entfernungen gesprochen.

Fotoapparate, Mobiltelefone usw. dürfen nicht verwendet und sollten auch nicht mitgeführt werden.

Entfernung schätzen

Aus der sichtbaren Größe des Objekts und den eigenen Erfahrungswerten errechnet das Gehirn eine Entfernung.

Besser ist es, sich am Weg zum Objekt zu orientieren.

Wenn möglich, die Vorgruppe beim Pfeile hohlen beobachten, wie viele Schritte benötigen die Schützen vom Pflock zur Scheibe?

Die Lichtverhältnisse haben einen Einfluss auf die Schätzungen.

Steht die Scheibe zum Beispiel auf 30m mit dem Pflock im Dunkeln und der Scheibe im Hellen, so schätzt der unerfahrene Schütze 25m, mit dem Pflock im Hellen und der Scheibe im Dunkeln schätzt er 35m.

Für Steilschüsse die richtige Visiereinstellungen zu finden erfordert viel Erfahrung.

Bei Steilschüssen ist sowohl das Schätzen der Entfernung als auch die Schießtechnik und der Pfeilflug komplexer als bei horizontalen Schüssen.

Bild eines Baums in 28m Enfernung

Ist der Weg zum Ziel nicht zur Gänze einsehbar, geht man folgendermaßen vor:

Entfernungen 1 und 2 werden geschätzt, Entfernung 3 muss erraten werden.

Ist man sich beim Raten „nicht sicher“, wählt man den unteren Drittelpunkt der möglichen Entfernungen, z.B.: 60er Auflage, Roter Pflock, unbekannte Entfernungen von 20 bis 35m → gewählte Entfernung 25m.

Bild eines Baums hinter einem Hügel

Welche Auflagengröße wird verwendet?

Aus Größenverhältnissen kann auf die verwendeten Auflagen geschlossen werden.

Um die Größenverhältnissen auch vom Abschusspflock aus vergleichen zu können, sind Ferngläser (Vergrößerungen 10/42 und 10/32) erforderlich. Achtung: Ferngläser dürfen keine individuellen Markierungen aufweisen.

Anwendung:

Aus der Größe der pro Turnier einheitlich großen Tafeln zur Nummerierung der Scheiben kann auf die Auflagengröße geschlossen werden.

Mit dem Fernglas betrachtet man die Einschusslöcher im Gold, auf einer 60er schauen sie anders aus, als auf einer 80er Auflage.

Der Vorgänger zieht seine Pfeile, wie viel der Auflage deckt er ab?

Im Bild links steht der Schütze vor einer 60er, rechts vor eine 80er Auflage.

Bild eines Baums hinter einem Hügel

Entfernungen „messen“

Der Schütze sucht einen Teil seines Bogens, der sich gut mit den Auflagen in Deckung bringen lässt. Achtung: Es darf dabei, um diesem Zweck besser dienen zu können, kein Teil des Bogens verändert werden.

Häufig wird der Button oder das Visier zum Schätzen der Entfernung verwendet, aber auch die Breite des Wurfarms oder das Shelf können dazu genutzt werden.

Die Länge „b“ wird mit der Länge „a“ in Beziehung gesetzt.

Der Schütze wiederholt dieser Vorgang auf allen relevanten Entfernungen mit den entsprechenden Auflagen und notiert sich die Größenverhältnisse.

Als Ergebnis erhält er ein System, mit dem er zuverlässig die Entfernungen schätzen kann.

Button vor einer Auflage

Beispiel: eine 60er Auflage deckt am Button die Länge „c“ ab → die Scheibe steht in 30m Entfernung.

Schätzhilfen wie die Anwendung des Strahlensatzes sind erlaubt.

Aufzeichnungen wie die abgebildete Skizze dürfen bei Turnieren nicht verwendet werden, der Schütze muss die Größen im Kopf haben.

Zeichnung eines Buttons mit Proportionsangaben

Teil 3 (Aug 2017)

B E R G A U F   U N D   B E R G A B

Teil 4 (Sep 2017)

P A R C O U R S C H I E S S E N



Unterlagen:

Einführung in das Feldbogenschießen, Teil 1 und Teil 2 (pdf-Datei)

OEBSV Wettkampfordnung (pdf-Datei)

World Archery Regeln, Buch 4 (pdf-Datei)


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