EINFÜHRUNG IN DAS WA FELDBOGENSCHIESSEN

Leitung Andrea Raigel

Teil 3

B E R G A U F   U N D   B E R G A B

Messen beim 3D

Beim 3D Schießen werden Entfernungen so gut wie nur geschätzt. Um zu messen, gibt es zu viele Tiere, der Strahlensatz lässt sich nur schwer anwenden.

Rucksack

Einen Feldparcours zu absolvieren kann 6 Stunden und mehr beanspruchen, Pausen sind dabei nicht vorgesehen. Um sich in den vielen kleinen Wartezeiten ausruhen zu können, ist es ratsam, einen Rucksack mitzuführen, der auch als Sitzgelegenheit verwendet werden kann.

Sitzrucksack

Längenverzerrungen

Steht die Scheibe nicht im rechten Winkel zur Blickrichtung, kann die Längenverzerrung zu falschen Messergebnissen führen.

Die gemessene Länge „a“ entspricht nicht der Scheibenhöhe.

Zeichnung einer Scheibe am Hang

Messen beim Turnier, Visier

Beim Messen am Pflock muss der Bogen immer mit Pfeil aufgezogen werden, den Bogen ohne Pfeil zu spannen kann als offensichtliches Messen geahndet werden.

Da am Parcours oft gegen die Sonne geschossen wird, ist bei Visieren mit Glasscheibe darauf zu achten, dass die Scheibe sauber ist (Blasbalg).

Trefferlage einschätzen können

Im Training steht eine Scheibe auf 30m, es werden Pfeile mit einer 25m und einer 35m Visierung geschossen – auf welcher Höhe landen sie?

Am Parcours kann mit diesem Wissen aus der Lage des ersten Pfeils auf die tatsächliche Entfernung geschlossen werden.

Zwei Pflöcke nebeneinander

Steht neben einem roten auch ein blauer Pflock, so schränkt das die möglichen Entfernungen ein.

Beispiel: 60er Auflage, blauer Pflock 15-30m, roter Pflock 20-35m → mögliche Entfernung 20-30m.

Grafik

Scheibenverteilung

Der Veranstalter ist beim Bau eines Parcours angehalten, die Scheiben auf die möglichen Entfernungen aufzuteilen.
Beispiel: 80er Auflage, roter Pflock, 35-55m, 3 Scheiben.

Gewählte Entfernungen: 44m, 38m und 53m.

Der Stand im Gelände

Beim Stand im Gelände ist das T zwischen Wirbelsäule und Schultergürtel beizubehalten. Je nach Geländeform und Postion der Scheibe können folgende Techniken angewendet werden:

  • Der Stand wird als Ganzes gekippt. Man steht dann zwar schief, das T kann aber gut gehalten werden.
Stand als ganzes gekippt
  • Die Füße bleiben geschlossen, der Körper wird in der Hüfte gekippt. Dieser Stand wird bei schwierigem Gelände angewendet und ist wenigen stabil als der als Ganzes gekippte Stand.
In der Hüfte geknickt
  • Die Schützin steht auf einem Bein, das zweite Bein ist seitlich ausgeknickt und hält das Gleichgewicht. Der Körper ist ab den Knien zur Scheibe ausgerichtet, das T kann gut gehalten werden.
Stand ab den Knien gerade

Steilschüsse

Bei Steilschüsse ist die Flugbahn bei der Visiereinstellung zu berücksichtigen.

  • Bergauf – der Pfeil „verhungert“ → z.B.: Scheibe 45m, Visiereinstellung 48m
  • Bergab – der Pfeil „beschleunigt“ → z.B.: Scheibe 45m , Visiereinstellung 42m

Generell müssen Steilschüsse intensiv geübt werden. Das Flugverhalten der Pfeile ist von Schütze zu Schütze verschieden und hängt auch vom Bogensetup und dem Verhältnis Bogenstärke zu Pfeilgewicht ab.

„Bereit?“

Im Wettbewerb beginnt die Zeit zu laufen, sobald einer der beiden Schütze am Pflock steht. Üblicher weise sprechen sich die Schützen deshalb mit einem „bereit“ ab, wann sie zum Pflock gehen.



Teil 4 (Frühjahr 2018)

P A R C O U R S C H I E S S E N



Unterlagen:

Einführung in das Feldbogenschießen, Teil 3 (pdf-Datei)

OEBSV Wettkampfordnung (pdf-Datei)

World Archery Regeln, Buch 4 (pdf-Datei)


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