WELTMEISTERSCHAFT 1973 GRENOBLE

1973 wurde in Grenoble, einer Stadt in den französischen Alpen, die Weltmeisterschaft im Bogenschießen abgehalten. Große Namen wie Victor Sidoruk, Stephen Lieberman, der erst 15 jährige Darrel 0. Pace, Sante Spigarelli, Gian Carlo Ferrari und der unverwüstliche Edwin M. Eliason waren dort vertreten, Korea trat mit vier Damen an.
Die vom Präsidenten des ÖBSV Alois Zopf angeführte österreichische Delegation bestand aus der Schützin Karin Dworak (Arcus Wien), den Schützen Heinrich Hansal, Hannes Höbarth, Oswald Probst (alle Union Wien) und Hartmut Wirth (Schwarzatal), betreut wurden die Schützen von Dr. Alfred Bilowitzky.

Bedingungen

Starker Wind mit bis zu 80km/h zwang viele Schützen, bei den langen Distanzen auf den Nebenscheiben anzuhalten. Der Boden wurde durch den Regen dermaßen aufgeweicht, dass die Schusslinie mit Brettern abgedeckt werden musste. Verließ ein Schütze die Schusslinie, so bewegten sich die Bretter und mit ihnen auch die Schützen, die noch schossen.

Holzbretter auf der Schusslinie

Material

Neben eine großen Vielfalt an Mittelstücken aus Holz gab es auch schon die ersten Aluminiummittelstücke der Firmen Zopf, Hoyt und Yamaha. Geschossen wurden Aluminiumpfeile mit Konusnocken und harten Plastikfedern. Der Film „Archery - A Return to the olympics“ gibt die Stimmung der Zeit wieder, er zeigt die Vorbereitung der USA auf die Olympischen Spiele von München 1972.

„Pfeil in den Fuß gejagt“

In einer Pause am letzten Trainingstag zog sich Hartmut Wirth eine Knochenabsplitterung zu. Eine Verkettung von Ereignissen, die mit Darrel Pace, Italien und einer Hummel zu tun hatten, führte dazu, dass er sich einen Pfeil in den linken Fuß schoß. Hartmut wurde im Krankenhaus notversorgt, eine Disqualifikation stand im Raum.

Auf dem Bild aus einer Tageszeitung von damals ist Hartmut im Vollauszug zu sehen, Bildunterschrift: „Der Ternitzer Hartmut Wirh bei seiner typischen Haltung: Konzentration, trotz stark schmerzender Verletzung, war die Basis seines unerwarteten und deshalb umso größeren Erfolgs bei der WM.“

Hartmut Wirt 1973

Wettkampf

Der Turnierbeginn mußte aufgrund des schlechten Wetters um einen Tag verschoben werden. Glück im Unglück für Hartmut Wirth, er nutzte diesen Tag zur Behandlung seiner Verletzung. Zum Wettkampf trat er unter Schmerzen an – und schlug sich sensationell! Den ersten Tag, an dem sowohl die langen als auch die kurzen Distanzen geschossen werden mußten, beendet er an 2. Stelle, nur einen Punkt hinter dem späteren Sieger Victor Sidoruk. Bei den Mannschaften belegte die österreichische Herren Mannschaft Wirth - Probst - Hansal noch vor Holland, Frankreich und Italien den guten 10. von 22 Plätzen.

Stephen Lieberman schoß am letzten Tag mit 324 einen neuen 50m Weltrekord, das Foto zeigt ihn mit seinem Bogenkoffer nach dem Turnier.

Grenoble_1973_Ergebnis (pdf-Datei)

Stephen Liebermnn