DIE GRIFFSCHALE

Die Schützin, der Schütze berührt den Bogen über den Tap und die Griffschale. Aufgabe der Griffschale ist es, die Kräfte des Bogens direkt und drehmomentenfrei in die Handwurzelknochen des Schützen zu übertragen.

Grifformen

hoch / tief
In der Medizin werden verletzte Handgelenke in der Intrinsic plus Position ruhig gestellt. Diese ruhige, spannungfreie Handgelenksstellung ist auch beim Bogensport anzustreben und wird über die Höhe des Griffs gefunden.

Um herauszufinden, welche Griffhöhe man braucht, legt man zwischen Hand und Griff ein dünnes Neylonsackerl. Verrutscht beim Schießen die Hand, kann aus der Art der Bewegung auf die notwendigen Anpassungen des Griffs geschlossen werden.

Griffschale zum Thema hoch tief

breit / schmal
Hat man große Hände sind breite Griffschalen besser, sie bieten mehr Kontaktfläche und damit mehr Kontrolle.

Bei einer schmalen Griffschale ist es für den Schützen einfacher, den Bogen mittig nach vorne zu drücken.

eine breit und eine schmale Griffschale

Materialien und Oberflächen

Glatte Oberflächen
Kunststoffgriffe mit einer glatten Oberfläche sind kostengünstig, wetterbeständig und zeigen Positionsfehler gut auf.

Holz
Griffschalen aus Holz fühlen sich angenehm an und bieten bei kaltem Wetter eine warme Oberfläche.

Raue Oberflächen
Griffschalen mit einer gummierten Oberfläche bzw. mit Lenker- oder Tennisbänder (Wilson Pro Overgrip, Yonex Super Grap) umwickelt, gewährleisten einen guten Halt. Sie sollte jedoch erst verwendet werden, wenn sicher ist, dass der Griff die richtige Form hat.



Position der Hand am Griff

Der Schütze hat nur mit dem Teil der Handfläche Kontakt zum Griff, der auf der Daumenseite der Lebenslinie liegt (siehe: Servicebeitrag 14.12.2016).

Der Zeigefingerknöchel sollte dabei kaum über das Schelf hinausragen, der Knöchel des kleinen Fingers zieht leicht zum Schützen zurück - das rechte Bild zeigt einen zu hohen Knöchel.

Knöchel nicht über Schelf

Griffumbauten

Die Griffschale muss zur Anatomie und zum Schießstil des Schützen passen. Viele Schützen kommen mit den Standardgriffen der Hersteller gut zu recht, andere bauen ihre Griffschale auf der Suche nach dem prefekten Druckpunkt immer wieder um. Als Material zum Verändern der Griffform hat sich "UHU repair all powerkitt" bewährt.

Der erfahrene Schütze Skopal Ernst hatte die Gelegenheit in Südkorea bei Coach Kim Hyung Tak und in Florida bei Bob Romero, einem Mitglied des US Trainerteam um Kisik Lee, zu trainieren. Beide Coaches bauten seinen Griff um, Bild 1 zeigt den Eingriff von Kim (Video), die Bilder 2 und 3 zeigen den Umbau von Bob – danke Ernst für die Fotos.


Beispieler von Griffumbauten

Neu am Markt ist ein Griff, der von Hoyt in Zusammenarbeit mit Kisik Lee erarbeitet wurde. Er weist an der vorderen Oberkante einen Keil auf, der es dem Schützen leichter macht, seine Handpostition konstant zu halten (Video).

Griff mit Keil