URSACHE UND WIRKUNG VON TURNIERSTRESS


Die Durchsage „Beginn der Wertungspfeile“ verursacht den meisten Schützen Stress, der seinen Ursprung in der Angst des Schützen hat, Erwartungen wie angestrebte Scores, Plazierungen oder Vorgaben des Trainers nicht entsprechen zu können.


  • Durch diesen Stress steigt der Adrenalinspiegel im Körper, was zur Erhöhung der Körperspannung führt und die beim Bogenschießen so wichtige Feinmotorik einschränkt.

  • Ein guter Schuss basiert auf antrainierten Automatismen und wird vom Unterbewußtsein gesteuert. Wettkampfstress stört diesen Prozess – Focus, Rhythmus und Timing gehen verloren.

  • Wer unter Stress schießt, ermüdet schneller und ist einem erhöhtem Verletzungsrisiko ausgesetzt.
Das koreanische Männerteam vor Schießbeginn

DER UMGANG MIT TURNIERSTRESS


Wettkampfstress hat auch gute Seiten. Er zeigt den Ehrgeiz des Athleten und setzt Energie frei. Wenn diese Energie genutzt und zu einem positiven Teil des Schusses wird, sind Bestleistungen in Turnieren möglich.

Den Umgang mit Stress zu lernen, beginnt im Training. In der Phase der Wettkampfvorbereitung wird so oft wie möglich unter Stress geschossen. Ziel ist es, zu lernen, mit Adrenalin im Körper zu schießen.


Ein Schütze wartet im Aufenthaltsbereich
  • Teilnahmen am ÖBSV-Mailmatch, Freundschaftsmatches mit Vereinskollegen.

  • Verwendung eines „Ossi Propst“ Referenzpfeils. Man schießt eine bestimmte Anzahl von Pfeilen pro Passe, einer davon wird besonders gekennzeichnet. Wird dieser Pfeil geschossen „steht man im Finale und braucht einen 10er“.

  • Zeitlimits, 6 Pfeile in 2 Minuten.

  • Gold Game: Gold +1, Rot null und Blau -1 Punkte, Summe muss positiv bleiben (wird gern mit Zeitlimits kombiniert)

  • Visualisieren der Turniersituation samt des erfolgreichen Bestehens dieser Situation.

  • Im Turnier ist man versucht, genauer als normal zu visieren. Dies führt zum Einfrieren der Bewegung und endet in schlechten Schüssen. Übergenaues Zielen kann vermindert werden, indem der optische Focus nicht auf die Auflage sondern auf den Visiertunnel gelegt wird. Alternativ kann auch eine Visiertunnel ohne Pin verwendet werden.

  • Leichte Lockerungsübungen bauen Stress ab und senken das Aktivierungsniveau.

DIE KOMFORTZONE


Der vom Olympiasieger von Seoul 1988 Jay Barrs geprägte Begriff der Komfortzone bezeichnet den Score einer Passe, den ein Schütze im Normalfall im Training schießen kann.

Weicht bei einem Turnier der Score einer Passe nach oben oder unten von diesem Score stark ab, hilft dem Schützen das Wissen über seine Komfortzone, in der darauf folgenden Passe ruhig weiter zuschießen.

Als Vorbereitung auf eine Leistungssteigerung kann die Komfortzone etwas über den realistische Möglichkeiten angesetzt werden.



EIGENSCHAFTEN EINES ERFOLGREICHEN TURNIERSCHÜTZEN


Ein indischer Schütze kommt vom Scoren zurück
  • Kann schlechte Schüsse vergessen.

  • Führt positive Selbstgespräche.

  • Hat ein mentales Programm, das ihn durch den Schuss führt und den Fokus hält.

  • Ist handlungs- und nicht ergebnisorientiert.

  • Schießt gerne Turniere.

  • Kann seine Trainingsleistung im Turnier abliefern.

  • Ist auf alles vorbereitet.

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